Growth Mindset

Ich lerne, also kann ich.

Ich denke, also bin ich. Natürlich von Descartes. Der hätte mit diesem Gedanken in der Digitalisierung aber wohl eher einen der letzten Plätze belegt (sprich: Ich denke, also bin ich zu langsam).

Lernen mit einem Growth Mindset


Denn denken, überlegen und langfristig planen sind zwar lobenswerte Strategien, wenn man verhindern möchte, dass der Großvater einem mal wieder zeigt, wo beim Schach der Hammer hängt. In vielen Berufen aber ist genau dieses Mindset alles andere als der Königsweg (gelinde gesagt). Zu schnell und zu komplex sind unsere Zeiten, um erst alles theoretisch überblicken zu wollen, bevor man praktisch zuschlägt. Umdenken ist angesagt. Bei der Arbeit und damit auch beim Lernen. Anstatt „Ich denke, also bin ich“ gilt: „Ich lerne, also kann ich.“ Klar, braucht Mut. Aber in der Komfortzone passiert eben nix. Die Haltung hinter „Ich lerne, also kann ich“ wird mit der Bezeichnung „Growth Mindset“ gerade durchs globale Dorf getrieben. Wir haben uns mal angeschaut, was ein Growth Mindset – oder auch Wachstumsdenken – eigentlich ist, warum es die gesündere und effizientere Haltung zum Lernen ist und wie man sich ein Growth Mindset mit Freude drauf schafft.


Growth Mindset versus Fixed Mindset


Das ganze fing natürlich wieder mal mit der Beobachtung jener Wesen an, von denen wir oft mehr lernen können, als wir häufig denken: den Kids. Genauer: Die amerikanische Psychologin Carol Dweck fragte sich, warum bestimmte Kinder bei Rückschlägen aufgeben, während andere am Ball bleiben. Erstaunliche Beobachtung: Kinder, die man nach einer kniffeligen Aufgabe für ihre Mühe gelobt hat („Mensch, du hast dich aber toll angestrengt“), entschieden sich im Anschluss gern für eine weitere komplizierte Aufgabe. Hingegen wählten jene Kids eine einfachere Aufgabe, die zuvor für ihr Talent gelobt wurden („Mensch, du bist aber ein Fuchs.“). Für die erste Gruppe gehörte Scheitern zum Lernen dazu. Erkenntnis: Wir lernen, indem man wir uns anstrengen und nicht, indem wir ein besonderes Talent für etwas mitbringen. Und Fehler zeigen uns lediglich, was wir beim nächsten Mal besser machen können (heißt ja nicht umsonst „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“). Menschen mit einem Fixed Mindset bzw. einem statischen Selbstbild hingegen messen ihren Selbstwert daran, wie viele Talente sie haben. Sprich: Wenn ich kein Mathe kann, bin ich auch nichts wert (tsss ... als wäre Algebra relevant für Charakter oder Persönlichkeit).

Warum ist ein Growth Mindset heute so wichtig?

Wer sich alles (oder zumindest einiges) zutraut, entwickelt den Mut, Dinge einfach mal auszuprobieren und direkt ins Tun zu kommen – auch auf die Gefahr hin, bei den ersten Versuchen zu scheitern. Der aufmerksame Leser merkt es schon: Mit dieser Haltung kommen also gleich mehrere Dinge ins Rollen.


Ein solches Mindset

  • ... fördert eine Fehlerkultur, da Fehler als Lern-Geschenke verstanden werden und nicht als persönliche Kritikpunkte.
  • ... führt zu einer Lernweise, die einfach mehr Laune macht (siehe auch hierzu unseren Artikel „Frontal ist fatal!“)
  • ... hilft uns als eine Form agilen Handelns dabei, mit den Anforderungen komplexer Zeiten besser zurecht zu kommen, zum Beispiel auch beim kreativen Arbeiten (siehe auch hierzu unseren Artikel „Von wegen Götterfunke“).

Der Glaube an die eigene Lernfähigkeit ist wichtiger als irgendwelche Zertifikate über Kompetenzen.

Dennis

Agile Sales Lead

Ein Growth Mindset als Beispiel für vertikale Ich-Entwicklung


In unseren Business Action Games geht es ja vor allem darum, nicht nur vorhandene Kompetenzen zu verbessern, sondern vor allem auch das Denken zu verändern. Letzteres ist im Zuge der neuen Arbeitswelt die wertvollste Währung. Denn es macht einen Unterschied, ob ich mit meinen Projektmanagement-Skills gemächlich im Takt des 20. Jahrhunderts schunkeln kann oder ob ich mich ziemlich fix an die Geschwindigkeit des 21. Jahrhunderts anpassen muss (sprich: Wasserfall-Denke versus agile Denke). Hierzu ein kleiner Exkurs: Wie wir mittlerweile wissen, können sich Menschen in zwei Richtungen entwickeln: horizontal und vertikal. Horizontal werden sie immer besser in ihrem Fach. Vertikal hingegen erweitert sich auch ihr Denken. Anders gesagt: Beim horizontalen Lernen wird neuer Inhalt in ein vorhandenes Gefäß gefüllt, beim vertikalen Lernen entsteht ein weiteres Gefäß (Glas halbvoll oder halbleer ist also egal, es geht ums Glas). Das Growth Mindset ist so ein neues Gefäß. Es ist eine neue Sichtweise, in der vorhandene Stärken wie zum Beispiel Loben plötzlich eine andere Qualität bekommen. So lobt ein Mensch mit einem Growth Mindset eben anders als jemand mit einem Fixed Mindset. Konkret: Die Fähigkeit, zu loben, bleibt dieselbe, aber die Qualität des Lobes ändert sich (wir erinnern uns: nicht mehr das Talent, sondern der Einsatz wird honoriert).

Mal auf den PUNK gebracht.

Wer innerhalb seines Teams ein Growth Mindset fördern möchte, lobt den Einsatz des Teams, nicht dessen Fähigkeiten. Statt „Mega, wie intelligent Ihr das wieder angestellt habt“ also lieber ein Ritterschlag à la „Mega, wie Ihr Euch da reingehängt habt“. Funktioniert bestens.

Wie entwickle ich ein Growth Mindset?


Aristoteles wäre begeistert: „Das Glück ist das Ziel all dessen, was wir tun.“ Denn dieser kluge Gedanke aus seiner Nikomachischen Ethik (1.5.41) beschreibt den Kern aller Möglichkeiten, mit denen man ein Growth Mindset fördern kann: machen, dranbleiben, üben, und eben nicht zweifeln, grübeln, zögern, aufgeben. Psychologen würden an dieser Stelle von „Reframing“ sprechen. Bringen wir auch das mal auf den PUNK:

Anstatt                                                          Probiere

„Kann ich nicht“                                  „Ich bleib dran“

„Bin ich nicht gut drin“                        „Was kann ich lernen, darin besser zu werden?“

„Der/die ist besser als ich“                 „Was kann ich von ihm/ihr lernen?“

„Ich will keine Fehler machen“          „Fehler sind die besten Wege zu neuen Entdeckungen“

„Ich weiß nicht, wie’s geht“                „Ich lerne, wie’s geht“

„Lob: toller Hecht!                              „Lob: toller Einsatz!“


Zusammengefasst: Ein Growth Mindset sorgt für mehr Freude am Entdecken und Lernen. Und es gibt uns die Chance, unsere bisher erworbenen Kompetenzen in einem anderen Licht zu betrachten. Ersteres schafft Wissen. Das zweite schafft Charakter und Persönlichkeit (vergiss also Algebra).


Du hast Fragen? Du hast uns.

Wie du mit unseren Business Action Games dein Growth Mindset förderst, verraten wir dir gern persönlich. Sprich uns einfach an. Wir freuen uns auf Deine E-Mail unter hey@punkbywbs.de oder deinen Anruf unter Tel.: +49 (0)30 83799450.

Quellen und Buchtipps:

Dweck, Carol: Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt
Kegan, Robert: Die Entwicklungsstufen des Selbst. Fortschritte und Krisen im menschlichen Leben. Kindt Verlag.

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