Warum Kreativität keine Zauberei ist.

Von wegen Götterfunke

„I’m an artist, give me a tuba and I’ll create something worth listening.“ Nachzulesen bei John Lennon im letzten großen Interview seines Lebens mit dem Rolling Stone (1971).

Auf den ersten Blick starker Tobak bis Größenwahn. In Wirklichkeit aber skizziert dieser Satz ziemlich präzise, was den meisten Menschen heute leider fehlt: der Mut zu kreativem Arbeiten. Aber setzen wir mal zur Landung an: Denn wenn wir über Kreativität sprechen, meinen die meisten, es ginge um die Fähigkeiten solcher Überflieger wie Lennon, De Niro, Picasso oder Prince. Geht’s aber nicht, sondern es geht um Menschen, die einem ganz normalen Broterwerb nachgehen. Das führt direkt zur nächsten guten Nachricht: Jeder Mensch ist kreativ (wusste schon Beuys). Und um noch einen draufzusetzen: Wir werden mit dieser Fähigkeit sogar geboren. Aber der Reihe nach. Warum ist Kreativität heute so wichtig? Warum trauen sich viele Menschen keine Kreativität zu? Was ist eigentlich Kreativität und wie kann ich sie fördern? Fragen, auf die Du in diesem Artikel ein paar Antworten findest.

Kreativität? Future Skill No. 1!

Ironie des Schicksals: Kreativität ist heute notwendiger denn je. Da waren sich 1.500 befragte CEO’s bereits im Jahr 2009 einig: In einer globalen IBM Befragung landete Kreativität nämlich auf Platz 1 – als die zentrale Führungsqualität, ohne die es in unserer digitalen, schnellen und komplexen Welt schwierig sei, mit neuen Produkten und Services unternehmerisch am Ball zu bleiben. Das ist jetzt 13 Jahre her, aber Kreativität bleibt weiterhin Future Skill No. 1. Der Grund: In der Digitalisierung erleben wir Veränderungen in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit. Immer schneller kommen neue Technologien auf den Markt, die unser Leben enorm beeinflussen. Entsprechend schnell ändern sich Kundenbedürfnisse. Sprich: Was heute noch en vogue ist, ist morgen schon von gestern. Oder sagen wir es mit Ray Kurzweil (Autor und Leiter der technischen Entwicklung bei Google LLC): „Während wir im 20. Jahrhundert von 100 Jahre Fortschritt sprechen – werden es im 21. Jahrhundert eher 20.000 Jahre sein.“ Heißt: Unternehmen brauchen Ideen. Und dafür brauchen sie kreative Menschen. So einfach ist das – und so schwer ist das in der Umsetzung. Denn Kreativität ist vielen Menschen abhandengekommen. Wo? Leider wahr: in der Schule.

Warum wir es mit der Kreativität so schwer haben.

Ein kurzer Ausflug: In der Schule werden wir bis heute darauf getrimmt, uns die Welt in erster Linie analytisch und mit rationalen Fertigkeiten wie Rechnen, logischem Denken und wissenschaftlichem Arbeiten zu erobern. Kreatives Arbeiten hingegen findet höchstens im Kunst- und Musikunterricht statt. Aber der kommt durch Lehrer- und/oder Geldmangel meistens zu kurz. Ergebnis: Kreativität entwickeln nur diejenigen, die nach der Schule nicht den Weg zum Bolzplatz, sondern zum Beispiel zur Musik- oder Kunstschule finden. Bei 38 Schulstunden die Woche werden das aber immer weniger.

Kreativität ist die wichtigste menschliche Ressource überhaupt. Ohne sie gäbe es keinen Fortschritt und wir würden ewig den gleichen Mustern folgen. Doch Kreativtät braucht Mut und man darf keine Angst vor dem Scheitern haben.

Fabian

Creations Lead

Was ist Kreativität?

Die Lage ist also ernst, aber nicht hoffnungslos. Wir können unsere Kreativität fördern und trainieren (auch wenn wir Rolf Müller und nicht John Lennon heißen). Was uns direkt zu der Frage führt, was Kreativität eigentlich ist. Talent? Eine besondere Gabe? Von wegen. Kreativität ist – Obacht: ein bisschen Theorie! – die Kompetenz, ohne Wertung vielfältige und neue Ideen zu produzieren und diese in einem zweiten Schritt zu evaluieren und zu verbessern. Also: Nix Gabe oder Götterfunke. Sondern ein Prozess, der aus dem Wechselspiel zweier Denkweisen besteht: dem divergenten und dem konvergenten Denken.


Wie förderst du deine Kreativität? Vor allem angstfrei.


Konvergent können also fast alle, divergent trauen sich nur wenige. Aber: Du kannst deine spielerische, kreative Denke fördern. Zum einen gibt es natürlich viele gute Bücher zum Thema Kreativitätstechniken. Ein paar davon findest du am Ende dieses Artikels. Essentieller (und meistens vernachlässigt) ist etwas viel Grundsätzlicheres: ein angstfreier Raum, in dem Kreativität in deinem Team überhaupt erst möglich wird.


Diesen Raum schaffst du mit den folgenden (neun) Kreativitätsregeln:

  • Quantität vor Qualität.
  • Ermutige wilde Ideen.
  • Stelle Kritik zurück.
  • Nur einer spricht.
  • Baue auf den Ideen anderer auf.
  • Visualisiere.
  • Bleib beim Thema.
  • Denke kundenzentriert.
  • Hab Spaß.


Schreibe diese Regeln beim nächsten Brainstorming auf große Post it’s und klebe sie wie Luthers Thesen für jeden im Team sichtbar an die Konfi-Tür. Erläutere deinem Team kurz ihre wichtigsten Grundsätze:

  • Alle Ideen sind erlaubt, „Ja, aber“ und „Das geht nicht“ oder „Das haben wir noch nie so gemacht“ bleiben draußen.
  • Wilde Ideen? Immer her damit. Denn die machen nicht nur Laune, sondern bringen oft echte Perlen hervor.
  • Erst Ideen sammeln (divergente Phase), dann sieben (konvergente Phase). Beide Denkweisen also nicht vermischen.
  • Quantität vor Qualität, denn nur so kommt ihr richtig in den Flow. Und ja, für eine gute Idee muss man schon mal zehn entwickeln (Kunst ist Arbeit).
  • Ganz wichtig: Immer an den Kunden denken. Empathie ist hier das Zauberwort. Denn: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
  • Aber vor allem: Habt Spaß! Denn Kreativität ist vielleicht die einzige Fähigkeit, die noch nicht von Maschinen übernommen werden kann. Warum solltet ihr also wie Maschinen arbeiten?

Mal auf den PUNK gebracht.

Beim divergenten Denken kommen wir auf neue Möglichkeiten und Ideen – und zwar ohne Urteil, Analyse und Diskussion. Wir denken in alle Richtungen, hinterfragen und lassen unseren Assoziationen völlig freien Lauf. Denken wir hingegen konvergent, sortieren, analysieren und bewerten wir Ideen und wählen schließlich die für unsere Zwecke besten aus.

Zurück in den Sandkasten.

Höchste Zeit also, gedanklich wieder dorthin zurückzukehren, wo wir mit unserem kreativem Selbstvertrauen mal waren: in den Sandkasten. Dort haben wir früher eine Sandburg aus dem Stand gebaut. Und zwar in bester Co-Creation Manier mit dem/der Kamerad*in aus dem Mietshaus nebenan. Zurück zu einem Mindset, mit dem es uns damals überhaupt nicht interessierte, ob jemandem die Burg gefiel oder nicht. Wir bauten einfach drauflos und waren stolz auf das Ergebnis. Und sollte ein Erwachsener den Wert unseres Werks nicht erkannt haben, waren wir nicht frustriert, sondern hatten nur ein müdes Lächeln übrig: „Mensch, du siehst aber heute schlecht“.

Also, auf geht’s – schaffe einen Raum, in dem alles erlaubt ist und generiere wilde Ideen. Die Welt braucht sie.


Du möchtest wissen, inwiefern du deine Kreativität in unseren Business Action Games auf ein nächstes Level bringst? Dann sprich uns einfach an. Wir freuen uns auf Deine E-Mail unter hey@punkbywbs.de oder deinen Anruf unter Tel.: +49 (0)30 83799450.



Quellen:

Bücher zu Kreativitätstechniken:

  • Barth, Philipp: Das Buch für Ideensucher: Denkanstöße und Kreativitätstechniken – Tipps zur Ideenfindung. Rheinwerk Design (Hrsg.)
  • Jung, Andreas: Das kreative Gehirn: Kreativitätstechniken für Alltag und Beruf. Independently published, 2018.
  • van Aerssen, Benno: Das große Buch der Innovationen: 555 Methoden und Instrumente für mehr Kreativität und Innovationen im Unternehmen. Vahlen, 2018.
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